Chronik des Vereinsjahres 2014/15 – der vordere Teil

11.04.2015

Bei wunderschönem Hirgstwetter kamen wir Mitglieder, 103 an der Zahl, am 9. November, wieder zur Jahreshauptversammlung ins Gasthaus Kriechbaumer nach Mietraching. Unsere Ausschussmusi spielte auf und nach der Begrüßung durch unseren Vorstand und dem Totengedenken, stimmten wir einstimmig über eine notwendige Änderung der Vereinssatzung bezüglich einer Formulierung für das Finanzamt ab. Und gerade wie die Chronik fertig vorgetragen war, spendierte der Bräger Roland schon fünf Massen, derweilen hatte der Xav noch gar nicht zum Gratulieren begonnen. So gut ging es dann auch weiter - aus der Jungaktiven Gruppe hießen wir drei neue fesche Dirndl im Verein willkommen. Katharina Schwaiger, Silvia Hamberger und Johanna Nitsch wurden einstimmig aufgenommen und wir freuen uns über ihre aktive Unterstützung des Vereinslebens. Kassier Christian Weigl konnte von einer positiven Entwicklung in unserer Kasse berichten (xx Euro, ein Plus von fast xx Euro) v.a. durch die Tombola, die Auftritte, Verkaufsstände bei Festen, sowie den Beiträgen und Zuschüssen (u.a. auch von der Stadt Bad Aibling). Ausgegeben wurde das Geld v.a. für das Basteln der Schnürhüte, die Jugend, Ausflüge und Feste. Bedankt hat er sich bei der Dreder Musi, da diese beim Zeltfest umsonst aufgespielt hatten. Die korrekte Führung der Kasse wurde durch die Revisoren Beawi Merk und Andreas Acherer bestätigt. Auch unser Jugendleiter, da Stacheder Peter, hatte nur Positives zu berichten: derzeit werden im Verein drei Kinder- und Jugendgruppen mit über 100 Kindern und Jugendlichen betreut. Sein Dank galt allen Betreuern und Musikern, insgesamt 15, für ihren Einsatz und auch den Eltern der Kinder für die Unterstützung. Gefreut haben wir uns darüber, dass nun der Waldleitner Ludwig die Kindergruppen mit der Ziach begleitet. Unsere Musikwartin d'Hanni freute sich darüber, dass sich so viele Kinder in der Musik engagieren und die Eltern diese unterstützen. Den Kinderchor wird d'Schwaller Christiane von der jetzigen Dirnhofer Theresa übernehmen. Unser 2. Vorplattler, der Anian, informierte über zahlreiche Auftritte der aus zehn Paaren bestehenden Aktiven Gruppe. Zeugwartin Hanni Höbel kümmerte sich um insgesamt über 300 Kleidungsstücke, die momentan verliehen sind, sowie um das Basteln der Schnürhüte für die Jungaktiven. Auch sie bedankte sich bei ihren Helfern und Unterstützern und gab bekannt, dass sie nach 18 Jahren das Amt niederlegen werde. Dass sein Zwiedersein bei der letzten Versammlung Früchte getragen hat, freute unseren Hornfuchs, an Stacheder Max - 22 Massen mehr konnte er verzeichnen!
Uns war bereits bekannt, dass an dem selbigen Abend eine große Änderung bevor stand, die Worte von unserem Vorstand, an Hubert, gingen uns aber doch sehr nahe. Er erzählte bewegend von seiner 14jährigen Vorstandsarbeit sowie seinen 37 Jahren aktiver Mitgliedschaft, von Höhen und Tiefen, lustigen Ereignissen, Momenten der Zufriedenheit und dankte all seinen Wegbegleitern, v.a. seinem Vorgänger Konrad Gartmeier. Auch das gute Verhältnis mit den Oberlandlern liege ihm am Herzen, da er es von früher noch ganz anders kenne.
Wohl gerührt von den Worten, richtete unser Ehrenvorstand Konrad Gartmeier seinen Dank an Hubert für seine aufopfernde Arbeit für den Verein. Er sei stolz auf den Verein und legte uns ans Herzen: "Bleibts so, wia'ts seids!" Die Neuwahlen unter der Leitung von Peter Stacheder (im Wahlausschuss: Maria Kuchler und Markus Martin) zogen sich trotz ausgezeichneter Vorbereitung bis in die späten Abendstunden und ergaben folgendes Ergebnis: (in Klammern die Vorgänger)

  • 1. Vorstand: Christian Weigl (Hubert Weigl)
  • 2. Vorstand: Max Stacheder (Xav Gartmeier)
  • Schriftführer: Franz Höbel (Maria Kuchler)
  • Kassier: Maria Kuchler (Christian Weigl) und Markus Martin (Markus Martin)
  • Vorplattler: Anian Stacheder (Eder Seppi) und Bernhard Stockinger (Anian Stacheder)
  • Jugendleiter: Peter Stacheder (Peter Stacheder) und Weigl Steffi (Weigl Steffi)
  • Dirndlvertreterin: Franziska Mark (Johanna Weigl)
  • Chronistin: Christiane Schwaller (Christiane Schwaller)
  • Zeugwartin: Beawi Merk (Hanni Höbel)
  • Kassenrevisor: Xav Gartmeier und Andreas Acherer (Beawe Merk und Andreas Acherer)
  • Beisitzer: Florian Gartmeier und Johanna Weigl (Stockinger Andi und Ellwei Sepp)
  • Hornfuchs: Ludwig Waldleitner (Max Stacheder)
  • Fähnrich: Kuchler Wasti (Kuchler Wasti)
  • Musikwartin: Hanni Höbel (Hanni Höbel) mit Unterstützung von der Dirnhofer Theresa
  • Vereinsmusiker: Baumann Scholle (Baumann Scholle)
  • Brauchtumswart: Hubert Weigl (Hubert Weigl)

Bei der Wahl zum Hornfuchs wurde es richtig knapp, nachdem sich Martina Mark mutig aufstellen ließ. So ändern sich die Zeiten - die Emanzipation macht auch vorm Trachtenverein keinen Halt. Sie wäre die erste Hornfüchsin geworden - vielleicht haut's ja beim nächsten Mal hin? Zum Beginn seines Vereinsvorsitzes überreichte Hubert Weigl unserem neuen Vorstand das Charivari und die Anstecknadel. Bevor die Versammlung zu später Stunde nach den Anregungen und Wünschen (Karl Andi wünscht sich die Auftritte bei den Hochzeiten am Nachmittag und nicht nach dem Wein - abgelehnt) endete, gab es noch eine Einladung zur Faschingshochzeit, vorgesungen durch Roland Merk.

Kurz vor Kathrein gab es bei uns wieder das musikalische Schmankerl "Heit spuin mia". Die zahlreichen musikalischen Kinder zeigten wieder bayerische Volksmusik von seiner schönsten und vielfältigsten Weise.

Einige Tage darauf gestalteten die jungen Trachtler die Abendmesse in der vollen Mietrachinger Kirche zum Dank und Jahresabschluss, wobei die Betreuer Lebkuchen und Punsch für alle vorbereitet hatten. Bei lustigen Spielen und einem Ratsch klangen so der Abend und auch das Plattlerjahr aus.

Auch wenn es an Weihnachten mal wieder alles andere als winterlich war und fast frühlingshafte Temperaturen herrschten, war es beim mehr als vollbesetzten Wirt z'Miadakin mucksmaisalstill, als verschiedene Musikgruppen des Vereins den staaden Teil gestalteten. Zarte Saitenmusiklänge, weihnachtliche Bläserstückl, harmonische Gesänge, zwischendurch eine besinnliche Geschichte und ein Ausschnitt aus dem traditionellen Hirtenspiel vom Aiblinger Adventssingen trugen zu einer der wohl schönsten Weihnachtsfeiern in Aibling bei. Das ließ einen fast vergessen, dass es draußen so gar nicht weihnachtlich war. Hernach kam wie jedes Jahr der Nikolaus. Mit einem Lied des Kinderchors zog er ein und gab allerhand geheimer Geschichten einiger Vereinsmitglieder humorvoll zum Besten. Als Belohnung für die braven Kinder, und auch so manchen braven, oder weniger braven, Erwachsenen, verteilte er Schokonikoläuse. Das anschließende Theater "Die voreilige Rache der Moserbäuerin" brachte Alt und Jung zum Lachen. Norbert Höbel als Spielleiter und Bauer, Ludwig Waldleitner und Seppi Eder als die Seppn, Magdalena, Paula und Marianne Baumann als die Frauen der Seppn, Andreas Schenkel als Knecht Hiasl und Moni Stacheder als Einsagerin haben sich wieder viel Zeit für's Proben genommen, um den Vereinsmitgliedern eine wirklich gelungene Freude zu bereiten. Thema war das ewige und leidige Thema der vorschnellen falschen Unterstellung, die darauf zurückzuführen ist, dass die Frauen grundsätzlich misstrauisch ihren Männern gegenüber sind und diesen erst trauen, wenn sie die Tatsachen schwarz auf weiß vor sich haben. Wohingegen die Männer mit ihrer mangelnden Kommunikation so manches Misstrauen erst provozieren. So herrschte eine heitere Stimmung unter den Gästen und mit der Tombola, die wieder von der Aiblinger Geschäftswelt und den fleißigen Sammlern gesponsert wurde, klang der schöne Abend gemütlich bei der auch schon fast traditionellen Brotzeit aus Mandarinen, Graichertem, Schokonikoläusen, Spekulatius und Maxlrainer Bier aus.

Fritz Bayerlein und Maria Gebhart Noch Ende Dezember verstarb unser Mitglied Fritz Bayerlein und Mitte Januar begleiteten (15.1.2015) wir auch unser langjähriges Ehrenmitglied, d'Gebhart Maria, auf ihrem letzten Weg. Das ewige Licht möge ihnen leuchten und der Herr seine beschützenden Hände über sie halten.

Zwengs unserer Trauer um d'Mare, spielte beim ersten Vereinsabend im neuen Jahr keine Musik. Nicht verzichtet wurde indes auf das stets stattfindende Bayernrätsel, das sich unser Matschko (Markus Martin) wieder ausgedacht hatte. Anscheinend war das Rätsel heuer besonders leicht oder die Teilnehmer besonders gut, gab es nach der Auswertung der neun Fragen doch fast ein Dutzend Vereinsmitglieder, die nicht mehr als eine falsche Antwort gegeben hatten. Etliche Stichfragen brauchte es schließlich, bis sich doch noch drei erste Plätze ermitteln ließen. Mit der richtigen Antwort auf die Frage, woher der Begriff "Gloife" komme, machte unser erster Vorstand Christian Weigl schließlich den ersten Platz.

Kurz drauf fand die Vorständetagung des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes in Miadakin statt. Unser Inngau besteht derzeit aus 39 Gauvereinen mit über 13.000 Trachtlern, die sich von Kiefersfelden im Süden bis in die Simbacher Gegend im Nordosten erstrecken.

Und wenn der Winter schon nicht so recht zu uns kommen wollte, dann kommen wir halt zu ihm, dachte sich der Xav und löste sein bei der Hochzeit gegebenes Versprechen ein, dass wir zum Schlittenfahren zur Hindenburghütte von Familie Dirnhofer in Reit in Winkl Ende Januar vorbeischauen. Unsere Abordnung vom Verein wurde dabei schon direkt im Ort abgeholt, weil ihre Flachlandautos dem vielen Neuschnee nicht gewachsen waren. So ging es mit dem Auto den Berg hinauf und nach einem Spaziergang auf dem Hochplateau der Hemmersuppenalm, gab es in der warmen Hütte Schweinsbraten, Germknödel und anderen Köstlichkeiten. Hinab ging's dann ganz schnell - mit dem Schlitten sausten sie in's Tal und freuen sich schon auf den nächsten Besuch bei der Theresa.

Die Kindergruppe 2012 fuhr Ende Januar als Zuschauer in die Bayerischen Filmstudios in Grünwald zu den Aufzeichnungen von 1, 2 oder 3! Die Sendung begeistert anscheinend noch immer unseren Nachwuchs und gespannt wurden Klatsch-, Stampf- und Schreiübungen gemacht, bevor dann die Aufnahme begann. Ein aufregendes Erlebnis für unsere Kleinen und auch den Betreuern, das mit einem Besuch beim Schachtelwirt (Mc Donalds) mit Fastfood abgerundet wurde.

Im Februar war es wieder soweit - unser Stacheder Peter hat wieder eine neue Kindergruppe 2015 zusammengebracht - unter der Leitung von der Schmid Theresa, an Stacheder Peterl, der Stockinger Franziska, an Gartmeier Flocke (Florian) sowie an Ziagler (Gartmeier) Georg auf der Ziach. Ganze 14 Dirndl und 14 Buam sind gekommen. Uns geht der Nachwuchs Gott sei Dank überhaupts nicht aus - is des schee! Das ist bestimmt dem guten Ruf unserer Jungend- und Kinderarbeit zu verdanken - ein Verdienst von all den Ehrenamtlichen des Vereins, die Zeit und Nerven darin investieren, allen voran unserem Jugendleiter. Ein herzliches Vergelt's Gott dafür.
Ein gutes Beispiel dafür sind die maskierten Plattlerproben in der Faschingszeit sowie der Ausflug zur Wallner Alm in Vagen, bei dem die Jugendgruppe im Februar, als endlich der Winter eingekehrt war, eine wilde Schlittenpartie erlebte. Selbst ein großer LKW-Reifen musste als Schlitten herhalten und auch eine Brotzeit hat nicht gefehlt. Angesichts der zahlreichen Asylanten - darunter auch viele Kinder - die derzeit aus den viel zu vielen Krisengebieten nach Deutschland kommen und bei uns untergebracht werden, wird uns schnell bewusst, in welch schönen und sicheren Welt wir leben, in der wir so sein können, wie wir sind, das glauben dürfen, was wir glauben und Zeit haben einfach a Gaudi zum hom. Nur wenigen Menschen geht es so gut wie uns, und dass sollten wir nie vergessen und dankbar dafür sein.

Am Ruaßigen Freitag entführte uns der vereinsinterne Ausschuss "Feste und Feiern" in das Reich des Sultans zur farbenprächtigen Haremshochzeit im Mietrachinger "Serail". Sultan "von Waschisch mit Haschisch" (Sybille Heinisch) mit seinen vier Sultaninen Martin Hehlert (Laila), Sven Nitsch (Scheherezade), Blasi Niedermeier (Aische) und Peter Stacheder (Suleika) und "Muezzin" Roland Merk als orientalischer Hochzeitslader baten die zahlreichen Gäste zunächst in das Weinzimmer des Palastes, wo sie dem Sultan und seinem vierköpfigen Harem geziemend huldigen konnten. Einige von ihnen brachten gar wertvolle Gastgeschenke mit, darunter auch ein Fass mit einem geschätzten halben Barrel Öl. Sämtliche Gäste hatten sich themengerecht in fantasievolle und farbenfrohe Gewänder gehüllt, dazu waren im Zeichen der Globalisierung auch Besucher aus Indien, Mexiko und dem Orient gekommen. Die Festkapelle "Zimseer" unterhielt die morgenländische Gesellschaft mit abendländischer Stimmungsmusik im bunt geschmückten und in sanften Weihrauchgeruch getauchten großen "Serail". So wurde ausgelassen getanzt, zahlreiche Aufführungen gemacht und bis in die Morgenstunden gefeiert.

Als der Fasching vorüber war und dafür der Lenz sich langsam blicken ließ, spielte und sang unsere 280er Musi beim Jugendsingen und -musizieren der 18 Trachtenvereine des Altlandkreises in Litzldorf schneidig auf (Veronika und Stefanie Wagner, sowie Jakob und Marlies Schweiger). Stolz samma auf unsere jungen Musikanten!

Und ebenso stolz sind wir auch auf unsere Jungaktiven! Ganze zehn Jahre besteht nun schon unsere aktuelle Jungaktive Gruppe - wenn das kein Grund zum Feiern ist! Das dachten sich wohl auch die jungen Dirndl und Burschen Ende März und feierten ausgiebig beim Xav in der Hütten. In Tracht, mit eigens gebackener zweistöckiger Geburtstagstorte, verziert mit einem Marzipan-Plattlerpaar, ging es rund her und dank unserem Höbel Franz wurden auch Erinnerungen anhand alter Fotos wieder hervorgerufen. Die Jugendlichen dankten ihren Betreuern mit einem Essensgutschein für die schöne gemeinsame Zeit und diese freuten sich narrisch, dass die aufopfernde Jugendarbeit solch schöne Früchte trägt. A wahre Freid is des - macht's so weida!

Um der österlichen Freude Ausdruck zu verleihen, trafen sich weit über 20 Kinder zum Verzieren der eigenen Osterkerzen. Die Bedeutung des Lichts für die Auferstehung Jesu, das höchste Fest der Christen, wurde den Kindern damit näher gebracht. So waren die Kinder auch in der Karwoche ohne Plattlerproben gut im Verein aufgehoben.

In der Karwoche fegte dann Sturm Niklas über Bayern mit Geschwindigkeiten von bis zu 130km/h. Die Schäden sind enorm, v.a. Bäume fielen zahlreiche um, so dass Forst- und Landwirte alle Hände voll zu tun hatten. Auf den Straßen und auch auf den Schienen ging eine ganze Zeitlang nichts mehr.

Während der Sturm am Karfreitag noch das höchste Frühlingswetter her wehte, kam an Ostern der Winter wieder zurück! Die Berge sind nun wieder in eine weiße Pracht gehüllt und trotzdem begann nun auch wieder die Zeit des Tanzens und der Auftritte. So sind die Burschen auch schon wieder mit der Kurzen zum Schnapsln ausgerückt und unsere Trachtenwartin organisierte Ende April einen Kleider-, Schuhe- und Huttausch, damit alle Kinder gut für die Auftritte eingedeckt sind.

Harthausen, am Osterwochenende, als draußen der Schneesturm um's Haus pfiffen hod.
d'Schwaller Christiane
Chronistin GTEV Edelweiß Bad Aibling

Die komplette Chronik ab 1932 gibt es für Vereinsmitglieder auf Anfrage per E-mail als PDF-Dokument.