Chronik des Vereinsjahres 2013/14 – der hintere Teil

Nov. 2014

Bei einem richtigen Sau-Wetter war der Saal in Mietraching zur Frühjahrsversammlung am 27. April nur dünn besetzt. Da war die Musi von unserer Hanni, der Baumann Anna und dem Schorsch, sowie die Aktive mit ihrem Wallfahrer, gerade recht, um eine gemütliche Stimmung aufkommen zu lassen. Vorstand Hubert Weigl bedankte sich bei den zahlreichen Gruppenbetreuern und den Jugendleitern für ihre Vereinsarbeit. Mittlerweile sind im Verein fünf qualifizierte Jugendleiter, die durch den Trachtenverband ausgebildet wurden. 2. Vorstand Xav Gartmeier gratulierte hernach all denjenigen, die in letzter Zeit Namenstag oder runde Geburtstage gefeiert hatten. Und bei der unterhaltsamen Musi und einigen Plattlern ließ es sich dann noch ganz gut aushalten.

Auch beim 18er Bittgang des Altlandkreises nach Höhenrain am selben Tag in der Früh war das Wetter ebenso greißlich und nur einige von uns machten sich betend auf den Weg.

Damit unser Maibaum recht fesch daher kommt, hat unser Ehrenvorstand Konrad Gartmeier Daxen für den Maibaumkranz gestiftet. Dieser wurde am Tag vorm 1. Mai von unseren Frauen gebunden und von den Stacheder-Burschen, an Peter und Max, aufgehängt.

Und dann gab es gleich drauf noch einen weiteren Grund bei den Gartmeiers vorbeizuschauen - unser Ehrenmitglied, die Annemie feierte ihren 70. und wir gratulierten von Herzen. Auf dass sie uns noch weiterhin so gesund und fröhlich begleitet.

Fester Bestandteil unseres Jahresprogramms ist auch die musikalische Gestaltung einer der freitäglichen Maiandachten in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt durch unsere Nachwuchsmusikanten. Heuer war dann doch noch etwas anders als sonst: Es war das letzte Mal, dass d'Bartl Theresa (inzwischen Dirnhofer) als Musikwartin die Leitung übernahm. Und der Kinderchor, die "280er Musi", deren Namen sich von der Anzahl der Saiten und Tasten an ihren Instrumenten ableitet, die Miadakina Musi, sowie ein Gitarrenduo und ein Trio aus Flöte, Hackbrett und Ziach, die alle wunderbar aufspielten, konnten heuer aufgrund des Sauwetters die Eisdiele nicht stürmen.

Um das aufgestellte Zelt vom Miadakinna Stopselclub zu nutzen, luden wir heuer zum ersten Mal zur Veranstaltung "Frisch aufg´spuit und tanzt" ein. Unsere Kinder- und Jugendgruppen gestalteten den letzten Abend im Mai mit einem griabigen, zwangslosen und abwechslungsreichen Programm aus Plattlern, Tänzen, Gesang, Musik und lustigen Einlagen samt der "Rauschberg-Musi" und dem "Kupferschmied Sepp" mit seinen G'stanzeln und Witzen. Auch wenn nicht so viele Gäste gekommen waren, weil so viel anderes in Aibling geboten war, hatten alle a rechte Gaudi. Mit einem Kessel- und Ochsenfleischessen am Montag endete die Festzeit in Miadakin wieder.

Am 13. Juni mussten wir traurig Abschied nehmen von unserem Ehrenmitglied (seit 1989), der Weigl Rosa. Unsere Kirmer-Oma begleitete eine unüberschaubare Trauerschar auf ihrem letzten Weg samt der Trachtenvereine Eichenlaub Schönau und D'Oberlandler. Der Xav dankte am Grab für ihre Vereinsarbeit, ihre 73-jährige Vereinstreue und dass sie immer ein offenes Ohr und Haus für uns Trachtler hatte, sei's für an Kaffee oder grod der Plattlerproben-Schlüssel. Gespannt und mit Neugier hat sie das Vereinsleben nicht nur verfolgt, sondern entscheidend mitgeprägt - sie wird uns fehlen. Wir hoffen, dass du weiterhin zu uns Trachtler obaschaust und auf uns aufbasst.

Nicht lange drauf, am ersten Oktober, folgte der Rosa dann auch Ihr Ehemann und unser Ehrenmitglied und ehemaliger 2. Vorstand, der Weigl Hans nach schwerer Krankheit, den sie bis zuletzt pflegte. Möget ihr beiden den Frieden im Himmel finden und das ewige Licht euch leuchten.

Bei herrlichstem Frühsommerwetter feierten wir Mitte Juni im Kurpark die heilige Messe am Fronleichnamstag. Im Musikpavillon hatte der Frauenbund einen schön geschmückten Altar aufgerichtet umrahmt von Bläsern und der Chorgemeinschaft Bad Aibling. Vom Brunnenhof ging anschließend die Prozession zum Marienplatz, über den Kellerberg zum Alten-und Pflegeheim Höllmüller in den ersehnten schattigen Garten. Dass sich das mit dem Schmücken des Prozessionsweges langsam aufhört, zeugten die wenigen roten Tücher an den Fenstern und keine einzige Birke säumte den Weg. Nicht nur die Kinder hatten sich danach auf ein Weißwurst-Essen gefreut und so ging unser Trachtenverein gemeinsam zum Lindner Max ins Johannisbad. Der schattige Biergarten war schnell besetzt, wo wir allerdings von einem kräftigen Regenschauer aufgesprengt wurden. Am Nachmittag fand trotzdem das Fußballspiel, Ledige gegen Verheiratete, statt. Nicht ganz so spektakulär wie die heurigen Weltmeisterschaftsspiele in Brasilien, aber mit einer ebenso emotionalen Stimmung. Und schon wieder mussten sich die Ledigen mit einer Niederlage (1:5) abfinden. Der Tag klang dann noch friedlich im Jahnstadion mit der Siegesfeier aus, wo rund 100 Trachtler bei Kaffee und Kuchen den Feiertag genossen.

Ebenso im Juni gratulierten wir unserem Ehrenmitglied und langjährigem Fähnrich Franz Rottmüller zum 65. Geburtstag.

An einem der wenigen schönen Sommertage fand unser Musikantenfrühschoppen Ende Juni erstmals beim Wirt z'Miadakin statt. Der Biergarten war voll besetzt mit unzähligen Musikbegeisterten von Nah und Fern in Tracht. Seien es die Musikanten von "Tromposaund" aus Holzhausen, die kräftigen Männerstimmen des Hinteraschauer Dreigsangs, die Dirndl vom "Sunna Aufgsang" und "Oablinga Zwoaraloa", die "Rauschberg-Musi", die "Benz Eck Musi" aus Reit im Winkl oder die "Hoberfaid Musi" - alle trugen dazu dabei, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wurde. Bis zum späten Nachmittag brach die griabige Stimmung nicht ab, weshalb alle schon drauf warten, dass unsere Höbel Hanni auch nächstes Jahr so ein Schmankerl organisieren wird.

Mitte Juli, am Tag nach dem Bürgerfest in Aibling, wo wir wieder Getränke verkauften, war unser Gaufest in Degerndorf. Zwengs der nassen Wiese war die Messe trotz Sonnenscheins im Zelt, wo es schon nach kurzer Zeit so dampfig wurde, dass die Zeltrandplätze heiß begehrt waren. Verstanden hat man dann zwar nicht mehr so viel, aber dafür den ein oder anderen auf dem Weg zum Häusl getroffen. Weil ein schweres Unwetter angekündigt war, wurde der Festzug vorgezogen. Da wurde der ein oder andere richtig grantig, als das Essen nicht gleich kam. 4500 Trachtler, darunter 21 Musikkapellen und 32 Pferdegespanne, u.a. auch unseres, zogen durch das kleine Dorf. Und da auch unser Gaufest von der Euphorie über die Fußballweltmeisterschaft nicht verschont blieb, tolerierte man auch eine Fußball-WM-Fahnenabordnung. Ja, und dann hat Deutschland am selben Tag sogar noch den WM-Titel gewonnen.

Zur Eröffnung des neuen Dienstleistungszentrums der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee e.G. in Bad Aibling Ende Juli übernahm unser Verein die Versorgung der vielen Gäste mit kühlen Getränken sowie die Unterhaltung mit mehreren Plattlern.

Nachdem wir heuer schon zwei Mal unser Boarisch Drauß'n wegen schlechten Wetters abgesagt hatten - und es dann wider Erwarten doch ein trockener Abend wurde, wollten wir es dieses Mal auf alle Fälle wagen. Ob er uns dratzen wollte, wissen wir nicht, aber gut gemeint hat es der Petrus wirklich nicht mit uns. Nach ein paar Stückl der Dreder Musi, drei Marschplattler von unseren Burschen und ein paar Besucher unter Regenschirmen bei strömenden Regen flüchteten wir alle ins Trockene und ließen es gut sein.

Ein paar Tage drauf, am letzten Schultag vor den Sommerferien, fand auch heuer wieder unser traditionelles Grill- und Spielefest für die Kinder- und Jugendgruppen am Gemeindehaus in Mietraching statt. Wenigstens war uns hier das Wetter hold und die Kinder konnten an 12 Spielstationen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Am Abend trafen sich dann die Erwachsenen zum Vereinsabend und zur Helferfeier, wo die Ausschussmusi schneidig aufspielte und wir vier neue Mitglieder in den Verein aufnehmen konnten, bevor auch schon wieder der Regen einsetzte. Wir freuen uns, dass zu uns Edelweißer jetzt die Riedl Maria, Eibl Karin, Dirnhofer Günter und Furtner Rupert gehören.

Und ebenso gefreut hat uns, dass wir unserem Ehrenmitglied und ehemaligem 1. Kassier Jak Hartmann recht herzlich zum 75. Geburtstag gratulieren konnten.

Auch wenn der Sommer nicht mehr kommen wollte, machte sich unsere Jugendgruppe im August auf zur Schopper Alm bei Kiefersfelden und zum Wasserskifahren am Hödenauer See.

Am gefühlt einzig schönen Tag im August pilgerten wir zum 60. Mal von Brannenburg hinauf zur Schwarzlack. Die warmen Sonnenstrahlen sogen wir in uns auf und genossen den Anblick unserer schönen Heimat mit strahlend blauem Himmel. Vielleicht beseelt von der wunderbaren Stimmung, erklärte sich nach mehrmaligem Bitten von Gauvorstand Schorsch Schinagl, dem scho ganz schiach war, da das Gaufest 2016 noch nicht fest stand, der Trachtenverein Almarausch Emmering bereit das Fest auszurichten, was mit Juchezer und Applaus belohnt wurde.

Trotz Sauwetter zog es eine kleine Abordnung des Vereins zur Öffentlichkeitsarbeit Sitzung hinauf zur Großtiefentaloim an der Rotwand, wo ich den nicht vorhandenen Sommer verbringen durfte. Und bei einer oimerischen Brotzeit wurde auch tatsächlich fleißig gearbeitet und protokolliert.

Ende September kam dann der Altweiber Sommer zu uns und wir zogen am Trachtenjahrtag samt den Oberlandlern vom Heimatmuseum durch die verschlafene Aiblinger Stadt Richtung Mariä-Himmelfahrt-Kirche, wo wir unseren verstorbenen Mitgliedern gedachten. Nach der mit Blasmusik umrahmten Messe zogen wir zurück zum Kurpark mit kaum merklich mehr Zuschauern. Danach ging's gemeinsam zum Wirt in Miadakin, wo die Willinger Musi aufspielte.

Unser Vereinsabend am gleichen Tag freute uns besonders, konnten wir doch gleich sieben neue Mitglieder aus der Jugendgruppe aufnehmen. Anna Resch, Margaretha Rinser, Magdalena Hartmann, Ludwig Waldleitner, Seppi Hundhammer, Johannes Albert und Xaverl Gartmeier gehören jetzt zu uns Edelweißer, wodurch wir wieder engagierte aktive Mitglieder gewinnen konnten. Da die Jugendgruppe ab sofort als Jung-Aktive geführt wird, haben sie uns aus Freude auch gleich schneidig auftanzt.

Die große Kindergruppe bzw. die Jugendgruppe nutzte das schöne Wetter Anfang Oktober, um über das Jenbachtal zur Aiblinger Hütte zu wandern. Bei Spaghetti mi Tomatensauce wurden die Reservespeicher wieder aufgetankt, so dass nebst zahlreichen Spielen auch die Besteigung des Wendelsteingipfels in Angriff genommen wurde.

Mitte Oktober fuhren 43 Mitglieder, davon die Hälfte Jung-Aktive und Aktive, in das schöne Allgäu nach Schwangau zum Vereinsausflug. Über die Klosteranlage St. Ottilien, einen kurzen Abstecher über die Fendt-Werke in Marktoberdorf ging's Richtung Schwangau zum Wirt, wo eine hauseigene Brauereiführung auf dem Programm stand. Mit Plattlern, Tanz und Gesang war für einen unterhaltsamen Abend gesorgt, der für so manche erst nach Bar-Besuch und Zimmerparty zu Ende war. Am nächsten Tag stand der Koloman-Ritt zur Kirche St. Koloman, zum Gedenken an den irischen Pilger-Heiligen, auf dem Plan. Die prachtvolle Feldmesse war wir aus einem Heimatfilm - Berge, Kirchen, Schloss Neuschwanstein, Rösser und die vielen Gläubigen unter dem weiß-blauen Himmel. Eine Schifffahrt auf dem Forggensee war letzter Programmpunkt, bevor es Richtung Heimat ging mit einer Einkehr in die völlig überfüllte Gaststätte des Klosters Reutberg. Gott sei Dank hat unsere Stacheder Moni die schönsten Plätze im Biergarten für uns reserviert und so klang der gelungene Ausflug mit den letzten Sonnenstrahlen gemütlich aus.

Der heuer zum zweiten Mal stattgefundene 18er Kirta am Freitag vor'm Kiratwochenende füllte den Saal beim Kriechbaumer in Mietraching bis auf den letzten Platz. Die Blangä Musi aus Schönau spielte schneidig und abwechslungsreich auf - und das bis in die späten Nachtstunden. Die Tanzfläche war immer gut gefüllt, Jung und Alt tanzte sich in den Kirta. Zwischendurch traten die Aiblinger, Kolbermoorer und Kirchdorfer Trachtenvereine auf.

Am nächsten Tag ging es mit dem Tanzen gleich weiter - unser aktives Dirndl d'Mark Theresa und der ehemalige Vorplattler der Oberlandler, der Schmid Sepp, feierten ihre Hochzeit in der Kirche in Willing und beim Gasthaus Weingast in Kematen. Bei zapfigen Temperaturen, aber Sonnenschein, waren wir zahlreich vertreten und gratulierten dem glücklichen Brautpaar mit einem mit 12 Paaren aufgeführten Plattler, sowie dem Maxglaner und der Kreuzpolka. Unser Vorstand Hubert Weigl wünschte den beiden acht Kinder, die dann gerecht auf die beiden Vereine aufgeteilt werden sollen. Unsere Mitglieder Max Stacheder als Hochzeitslader und Günter Dirnhofer mit seiner Musi aus Reit in Winkl sorgten für eine wunderschöne Feier. Möge der Herrgott einen Engel an eure Seite stellen, der auf euch und eure Liebe aufpasst, dass sie währt für die Ewigkeit.

Und dass wir nur eine Woche drauf schon wieder eine unserer jungen und aktiven Dirndl zum Traualtar begleiten durften, dafür sorgten unsere Bartl bzw. Dirnhofer Theresa und ihr Günter. Samt vom Brautpaar organisierten Bus fuhren wir von Bad Aibling nach Reit in Winkl, wo es die Theresa für ihre Liebe hinverschlagen hat. Dort angekommen, empfing uns ein wunderbarer Blick in die Berge mit dem ersten Schnee im Jahr. Der Rottmüller Hansi, Cousin der Braut, führte uns als Hochzeitslader gekonnt durch den Tag. Zahlreiche Ortsvereine und natürlich wir Edelweißer standen am Ausgang der Kirche mit einem Spalier. Nach dem Jungherrenlauf spielte uns die Blasmusik Reit im Winkl zum großen Festsaal, wo die weltliche Feier mit etwa 400 Gästen stattfand. Insgesamt vier Musikgruppen spielten uns nacheinander zum Tanz auf, so war immer für Abwechslung gesorgt. Im Laufe des Nachmittags gab die Kindergruppe einen Tanz und ein Glückwunschlied zum Besten. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte der Stacheder Max, der die Braut entführte und mit dem Bräutigam die Auslöse in Gstanzl-Form verhandelte. Nach einem sehr lustigen und schlagfertigen Dialog sprangen für uns mehrere Flaschen Wein heraus. Im Anschluss daran gratulierte unser Vorstand Hubert Weigl und überreichte ein hölzernes Kreuz als Geschenk. Die Aktive Gruppe schloss sich an und brachte dem Brautpaar zu Ehren einen Ehrtanz. Ein sehr beeindruckender und schöner Tag ging viel zu schnell zu Ende. Wir wünschen von Herzen alles Gute und bitten an Herrgott, dass er eure Liebe in seine schützenden Hände trägt, bis in die Ewigkeit.

Kurz vor Allerheiligen mussten wir dann Abschied nehmen von unserem seit 1983 passiven Mitglied, der Hellwasser Kathl. Möge sie den Frieden im Himmel finden.

Harthausen, Allerheiligen Wochenende bei Altweibersommerwetter, 2014 Christiane Schwaller, Chronistin

Die komplette Chronik ab 1932 gibt es für Vereinsmitglieder auf Anfrage per E-mail als PDF-Dokument.