Chronik des Vereinsjahres 2013/14 – der vorderere Teil

27.04.2014

Mitte November kamen wir wieder zur Jahreshauptversammlung zusammen und wie fast jedes Jahr - ein richtiges Sauwetter. So waren nicht allzu viele gekommen, weil's auf'm Kanapee wahrscheinlich grad so gmiatlich war. Nach der Begrüßung durch Vorstand Hubert Weigl, der Schweigeminute für unsere verstorbenen Mitglieder und dem Verlesen der Chronik, standen zahlreiche Gratulationen an - und Einigen wurde sogar doppelt gratuliert, entweder weil sie ihren eigenen Namenstag nicht wussten, oder aber weil ihnen am Trachtenjahrtag schon gratuliert wurde. Auf alle Fälle hat unser Hornfuchs Max (Stacheder) gleich als seine erste Statistik die schlechteste seit Langem vorgetragen - immerhin auf sehr humorvolle Art und Weise, so wie wir ihn halt kennen. Mit einem Einbruch von 25% zum Vorjahr (128 Riahkiwe; heuer nur mehr 97) hoffte er, dass wenigsten der Kassier dafür zahlreiche Spenden bekommen hatte.
Unsere Zeugwartin d'Hanni berichtete von der Anschaffung von zehn neuen Mieder für die Jugendgruppe. Da so ein Miedergewand samt Schmuck ca. 3000€ kostet, beteiligt sich der Verein mit 700€ für Stoff und Nähen, damit die Eltern entlastet werden. Außerdem rief d'Hanni die Dirndl und Frauen zum Schnürhüte basteln auf, da wir uns durch's Selbermachen viel Geld sparen können. Der Bericht von Kassier Christian war umfangreich und positiv. Die Einnahmen vom Maibaumaufstellen können sich sehen lassen, so dass wir beruhigenden Gewissens in neues Gwand für unseren Nachwuchs investieren können. Nach dem Bericht der Revisoren, entlasteten wir ihn einstimmig. Bei unserm Vorplattler Sepp (Eder) stand die erfolgreiche Integrierung der Jung-Akiven zur Aktiven Gruppe im Vordergrund, was sie sogleich auch unter Beweis stellten. Unsere Ausschussmusi (Scholle - Baumann Georg), d'Hanni, d'Theresa) samt Theresa ihren, inzwischen Ehemann, der Dirnhofer Günter, spielten d'Musi dazu. Die Aktiven sind nach der Verschmelzung nun bis zu 18 Paar - jetzt brauchen sie nur noch eine Gelegenheit und eine so große Bühne, wo sie die Gruppenstärke auch zeigen können. D'Hanni als Musikwartin bedankte sich bei den Eltern und Mitgliedern, die immer unterstützend und zahlreich bei den Veranstaltungen dabei waren. Jugendwart Peter Stacheder berichtete stolz vom Erfolg beim Gaujugenddirndldrahn, von der guten Organisation des Zeltlagers und dass keine Verluste bei den Gruppen zu verzeichnen waren. Außerdem bedankte er sich bei den Betreuern, den Musikern und der Hanni für's Eingwanden. Nie zuvor war der Verein in der Jugendarbeit so gut aufgestellt wie derzeit und sein Dank galt auch allen Eltern für ihre Einsatzbereitschaft. Hubert Weigl dankte allen Engagierten und betonte die gute Zusammenarbeit innerhalb des Vereins und zusammen mit den Oberlandlern, die so gut wie noch nie funktioniere. Beispiele dafür waren der gemeinsame Heimatabend, der Tanzkurs und die Zusammenarbeit bei der Bewirtung beim Bürgerfest.

Außerdem verwies er auch auf das vom Bayerischen Inngau-Trachtenverband herausgegebene Buch "Wie's der Brauch ist im Jahres- und Lebenslauf", in dem wir einige Male auftauchen - v.a. mit unserer Faschingshochzeit, auch wenn wir diese erst seit einigen Malen aufführten.

Da wir zu der Zeit ja noch nicht wussten, dass uns heuer kein Winter bevor stand, sollte der Küchenanbau im Trachtenzentrum in Holzhausen vorm Wintereinbruch noch dicht gemacht werden. Gleich zehn Mann vom Verein bauten dort wieder mal Gerüste ab- und auf, isolierten und verschalten.

Beim Nachwuchs-Hoagart "Heit spuin mia" beim Wirt z'Miadakin führten durch und durch musikalisch unsere Musikwartinnen Theresa (Bartl) und Hanni (Höbel) mit gesungenen Verserln durchs Programm. Was für eine Freude den jungen Nachwuchsmusikanten zuazumlusn. Schön, wenn die Kinder noch andere Sachen wie Smartphone, Facebook und teures Markengwand im Kopf haben - und ihre Talente gefördert werden und ausgelebt werden können. So hat sich jeder als Erinnerung ein selbstgebranntes Brotzeitbrettl verdient und wir genossen die Musik bei selbstgebackenem Kuchen in der vollbesetzten Wirtsstubn.

Das ereignisreiche Trachtenjahr ließen die Kinder und Jugendgruppen als Dank wieder mit einem selbst gestalteten Abschlussgottesdienst in der Mietrachinger Kirche ausklingen. Der weltliche Ausklang erfolgte dann in Form von Kinderpunsch und Lebkuchen nach der Messe im Vereinsheim.

Am Samstag, mitten im Dezember, bot uns unsere Weihnachtsfeier wie jedes Jahr viel Unterhaltung. Nach dem staaden Teil, der von jungen bunt gemischten Musikgruppen (ein Trompetenquartett, ein Quersaiten-Quartett, die Geschwister Bartl mit Gesang und die Miadakina Musi) besinnlich gestaltet wurde, kam der Nikolaus und berichtete mit einem Augenzwinkern von lustigen Anekdoten aus dem diesjährigen Vereinsleben, bevor er Nikoläuse aus fairer Schokolade an die Kinder verteilte. Auch ein Hirtenstückl durfte heuer nicht fehlen.
Den vollen Saal zum Beben brachte dann die Aufführung des Theaters "Der Erbfehler". Norbert Höbel kündigte vorher an, dass es heuer ein ganz besinnliches Stück werden würde - doch schon nach nur wenigen Minuten war klar, dass dies bestimmt nicht der Fall sein würde. Grantige und herrschsüchtige Frauen dominierten über wehrlose und unselbstständige Männer, die schlussendlich immer nachgaben um des Friedens willen. Dies bezeichneten sie selbst als ihren Erbfehler, dem sie nicht entfliehen könnten. Jegliche Versuche scheiterten, am Ende hatten doch wieder die Frauen die Oberhand. Der Bua der Familie, der alles ganz anders machen wollte, musste am Schluss erkennen, dass er doch einfach nur ein Mann ist und seinem genetisch bedingten Erbfehler unterliegt - und sein Dirndl für sein ruppiges Verhalten um Verzeihung bittet. Die Frage, ob die Frauen wirklich die Streitsüchtigeren sind oder ob die Männer mit ihrem provozierenden Verhalten vielleicht sogar die Streitursache sind, blieb am Ende offen. Die Männer fühlten sich mit diesem Stück auf alle Fälle wahrlich aus der Seele gesprochen!
Ganz harmonisch dagegen klang die Weihnachtsfeier aus und bei der Tombola, deren Preise von der Aiblinger Geschäftswelt gesponsert wurden, kamen bestimmt weder Frauen noch Männer zu kurz. Vielen Dank an die Aiblinger Geschäfte und allen Einsammlern, die auf diese Weise die Vereinsarbeit unterstützen und zu einer gelungenen Feier beitrugen.

Im schneelosen, dafür sonnenreichsten und warmen Winter gratulierten wir unserem Ehrenmitglied, da Huber Resi, zu ihrem 75. Geburtstag, auf dass sie uns noch weiter so tatkräftig im Verein unterstützt.

Mit dem Jahreswechsel ist auch unser 105-jähriges Vereinsjahr angebrochen. Zugleich zählt unsere Patenschaft mit den Schönauer Trachtlern 90 Jahre.

Und genau an dem Wochenende unseres ersten Vereinsabends im Jahr, Ende Januar, wurde Aibling immerhin für eine Nacht zu einer weißen Winterlandschaft. Die Weinstube beim Wirt war gut gefüllt und Musi, gemeinsames Singen sowie das Bayernrätsel vom Matschgo (Martin Markus) trugen zur guten Stimmung bei. Und dass unser nun jahrelanges Bayernrätsel-Training Früchte trug, bewiesen wir damit, dass ganze 24 Anwesende Null Fehler machten. So musste der Entscheid per Stichfragen gefällt werden - bei denen unser Gartmeier Konrad allerdings dann alle drei vorderen Plätze gleichzeitig elegt hätte, denn kein Berg samt den richtigen Höhenmetern scheint ihm unbekannt zu sein. Zahlreiche Gratulationen ließen unsern Hornfuchs nicht unbeschäftigt und trugen zu einer Geldmehrung in der Vereinskasse bei. Nachdem der Nikolaus bei der Weihnachtsfeier unsere Zeller Martina darauf hingewiesen hat, dass sie zwar mit Schalk und Kinder mehr als aktiv, aber noch nicht im Verein aufgenommen ist, war's heute soweit. Und auch unser Keller Ferdl und unsere Wagner Irmi sind nun offiziell Teil unseres Vereins, worüber wir uns recht freuen.

Am 19. Februar wurde unser langjähriges passives Mitglied, die Ebner Vroni, in Lippertskirchen in den Himmel aufgenommen, auf dass unser Herrgott sie beschützend in seine Hände halten mag.

Anfang März nahmen wir mit dem Motto "Operation Edelweiß" wieder am Aiblinger Faschingszug teil. Unsere Fußgruppe mit Verletzen, Notärzten, Krankenschwestern und Professoren wurde begleitet von rollenden Krankenbetten und Krankenwagen, ja sogar ein mobiles Röntgengerät. Für die Zuschauer wurden unter anderem Guatl aus fairem Handel verteilt. Im Anschluss gab es für alle Teilnehmer wieder Krapfen und Tee sowie Grillfleischsemmeln, wobei wieder ein enormer Umsatz zu verbuchen war. Dadurch und durch den erfolgreichen Zeichenverkauf für die Garde konnten wir unsere Kasse für die Jugendarbeit deutlich aufbessern. Schon seit Langem bestimmte der Kommunale Wahlkampf das Aiblinger Geschehen und durch die zahlreichen Plakate auch unser Ortsbild. Geändert hat sich nach den Wahlen nicht viel - anscheinend sind wir Aiblinger ganz zufrieden mit unseren Politikern. Und dass es uns besonders gut geht, spüren wir tagtäglich, wenn wir in die Zeitung oder in den Fernseher schauen, wo wir selbst im Vergleich innerhalb Europas mit einem außerordentlichen Wohlstand beschert sind, ganz zu schweigen von den vielen von Krieg gepeinigten Ländern. Wir leben in einem Land, das uns viele Freiheiten einräumt und auch mit sozialem Schutz umhüllt, so dass wir Zeit und Lust haben, uns aktiv im Vereinsleben zu engagieren, Kultur und Tradition zu bewahren.

Schon seit Langem bestimmte der Kommunale Wahlkampf das Aiblinger Geschehen und durch die zahlreichen Plakate auch unser Ortsbild. Geändert hat sich nach den Wahlen nicht viel - anscheinend sind wir Aiblinger ganz zufrieden mit unseren Politikern. Und dass es uns besonders gut geht, spüren wir tagtäglich, wenn wir in die Zeitung oder in den Fernseher schauen, wo wir selbst im Vergleich innerhalb Europas mit einem außerordentlichen Wohlstand beschert sind, ganz zu schweigen von den vielen von Krieg gepeinigten Ländern. Wir leben in einem Land, das uns viele Freiheiten einräumt und auch mit sozialem Schutz umhüllt, so dass wir Zeit und Lust haben, uns aktiv im Vereinsleben zu engagieren, Kultur und Tradition zu bewahren.

Am 28.März veranstaltete der Gau beim Wirt in Mietraching einen Infoabend für Fähnriche für alle Vereine, damit hoffentlich ein einheitlicheres Auftreten bei den nächsten Festen erfolgt.

Beim 18er-Jugendsingen und -musizieren vom Altlandkreis Aibling im voll besetzten Westerhamer Vereinsheim überzeugten zahlreiche junge Musikanten von ihrer Begeisterung für die bayerische Musik. Auch wir waren dabei - unsere Stubnmusi, die 280er Musi, hatte ihren ersten Auftritt.

Gerne gratulierten wir unserem Herbergsvater an Kriechbaumer Franz recht herzlich zum 75. Geburtstag mit einem Gutschein zum Kesselfleischessen und wünschten ihm noch viele gesunde und erfüllende Jahre.

Und somit zog der erste Teil des Vereinsjahres sehr schnell vorüber. Zum Schlittenfahren konnten die Kinder auch nicht ausrucken, weil's einfach keinen Schnee gab und damit ging der nicht vorhandene Winter ganz ohne Schnee und Eis in ein warmes, sonniges, trockenes Frühjahr über und wenn wir nicht unser Brauchtum hätten mit Fastenzeit und Ostern, würde uns der Jahreszeitenwechsel überhaupt nicht mehr auffallen. Damit die Kinder den Jahreslauf aus Brauchtum und Kirchenjahr besser verstehen und miterleben können, wurden auch heuer wieder anstatt der Plattlerprobe in der Karwoche reich verzierte Osterkerzen gebastelt.

Am gleichen Abend wie der Gauball in Raubling (Ende April), fand unser Großer Heimatabend mit den Oberlandlern statt. Groß deshalb, weil wir gemeinsam mit all unseren aktiven Jugendlichen und Kindern auftrumpften. Über 100 Kinder machten zu Beginn einen Auftanz und füllten damit die zuvor geräumte Mitte des Kurhaussaales. Ein beeindruckendes Bild - das leider nur wenige zu sehen bekamen, denn gut besucht war der Heimatabend nicht. Die Eltern und Vereinsmitglieder abgezogen, blieben nicht mehr viele externe Zuschauer übrig, und das obwohl sogar mit Flyern geworben wurde und der Eintritt frei war. Schee war's trotzdem!

 

Somit klingt der April aus, die Fastenzeit ist vorbei und die Zeit der sommerlichen Feste beginnt.
Christiane Schwaller, Bad Aibling im April 2014,
Chronistin

Die komplette Chronik ab 1932 gibt es für Vereinsmitglieder auf Anfrage per E-mail als PDF-Dokument.