Jubilläumsabend "Hoamatgfui"

Mit Totenehrung und dem Festabend unter dem Motto „Hoamatgfui“ begann das Festwochenende zum 110-jährigen Bestehen des Trachtenvereins Edelweiß Bad Aibling.

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Die Trachtler stellten bewusst das Gedenken an die „Gründerväter“ um den Säcklermeister Ludwig Schild sowie an die im Tode und in den beiden Weltkriegen vorausgegangenen Vereinsmitglieder an den Anfang der Feierlichkeiten. Pfarrer Georg Neumaier hielt dazu eine kurze aber würdige Andacht im Aiblinger Stadtpark, wo die „Edelweißer“ eigens das sonst am Heimatmuseum befindliche „Trachtlerkreuz“ aufgestellt hatten. Der anschließende Festabend in der Ausstellungshalle wurde nicht nur wie von den Organisatoren gewünscht, ein „schmissiger Abend“, sondern beleuchtete auch das Thema „Hoamatgfui“ von verschiedenen Seiten. „Am Heimatmuseum fällt unser Kreuz fast nicht auf. Hier im Stadtpark sieht man erst wie schön und groß es tatsächlich ist und welche Wirkung es hat“, bemerkte Ehrenvorstand Konrad Gartmeier, als sich die Trachtler dort zum Totengedenken eben vor jenem Kreuz trafen, dass der Verein zum 100-jährigen Jubiläum vor zehn Jahren an der Rückseite des Museums aufgestellt hatte. Pfarrer Neumaier betete mit den Trachtlern für die Verstorbenen und dachte dabei besonders am jene, die den Verein einst gegründet hatten und „die wir gar nicht kannten, aber deren Vermächtnis bis in die heutigen Tage geblieben ist“. Auch Vorstand Christian Weigl dankte den Gründervätern, die vor 110 Jahren weitsichtig gehandelt-  und sich für den Erhalt des Brauchtums eingesetzt hatten. Als äußeres Zeichen des Dankes, der Erinnerung und der Wertschätzung legte er zusammen mit seinem Stellvertreter Max Stacheder einen Kranz vor dem Kreuz nieder. Zum von der Dreder Musi intonierten Lied „Ich hatt’ einen Kameraden" senkten sich die Fahnen des Festvereins sowie der Brudervereins „D’Oberlandler“ und des Patenvereins Eichenlaub Schönau zum stillen Gruß.

Mit Marschmusik ging es dann hinauf zur Ausstellungshalle zum Festabend, der unter dem Motto „Hoamatgfui“ stand. Ganz wie von den Organisatoren gewünscht, hob sich dieser Abend für die zahlreichen Besucher, die die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt hatten, wohltuend von den herkömmlichen Veranstaltungen ab und wurde zu einem kurzweiligen und schmissigen „Auf d’ Nacht“. Es wurden keine großen Reden gehalten, die Grußworte von Bürgermeister Felix Schwaller waren erfrischend kurz und Vorstand Christian Weigl traf mit seinen Gedanken zum nach seinen Worten "oft überstrapazierten Thema Hoamat und Hoamtgfui“ den Nerv der Festgäste, darunter auch Inngau-Vorstand Georg Schinnagel, Gau-Ehrenkassier Walter Weinzierl, Hans Beham als Vertreter vom Gauverband I sowie die Ehrenmitglieder der „Edelweißer“. Unter der Moderation von Johannes Rottmüller, der die Besucher wortgewandt und mit reichlich Fachwissen ausgestattet durch den Abend führte, begann das Programm mit den jüngsten Trachtlerinnen und Trachtlern, die den „Auftanz“ zeigten. Auch brachten sie des Vereinslied „So lang’ das Edelweiß noch blüht auf Bergeshöh’n“ und auch den Vereinsspruch „G’sund sama und a Schneid hama“ ganz im Stile ihrer großen Vorbilder zu Gehör. Dass der Nachwuchs nicht nur beim Platteln, Tanzen und Singen aktiv ist sondern auch keine Scheu vor  rhetorischen Auftritten hat, beweisen zunächst Theresa und Simon Weigl, die fast wie ein „altes Ehepaar“ über „unser Sprach und unser Gwand“ sinnierten, wobei Seitenhiebe auf das jeweils andere Geschlecht  nicht fehlten. Später trat dann noch Ludwig Strauß zusammen mit Johannes Rottmüller  im Sketch „Der Ludwig Schild und der Ludwig mit dem Schild in Aktion. Hierbei begegnete der „Taferlbua“ dem einstigen Gründer des Trachtenvereins. Schlag auf Schlag ging es dann weiter mit Plattlern und Tänzen, gezeigt von allen Gruppen des Vereins, wobei der „Laubentanz“ der Jugendgruppe, der „Holzhacker“ der Männer und Burschen sowie der abschließende Kronentanz der Aktiven der Edelweißer mit den aus frischem Eichlaub gebundenen Bögen  die Höhepunkte waren. Auch der Patenverein aus Schönau ließ es sich nicht nehmen, mit dem „Inngau-Tanz“ zu gratulieren. Mit dabei hatten die Schönauer auch eine Überraschung: Am 21. November gibt das Gebirgsmusikkorps der Bundeswehr aus Garmisch Partenkirchen ein Wohltätigkeitskonzert im Bad Aiblinger Kurhaus. Den Erlös teilt sich der Trachtenverein Eichenlaub Schönau mit dem Patenverein aus Bad Aibling. Bevor der letzte Programmpunkt aufgerufen wurde, hatte der Moderator noch ein paar zum Jubiläum passende Verse parat und erweiterte zusammen mit den Festgästen den Vereinsspruch um die Worte „... und des schönste is as Hoamatgfui“. Um den Ablauf aufzulockern, wurde zwischen den Blöcken und am Ende die Tanzfläche für die Besucher freigegeben, welche diese auch rege zu den Klängen der Dreder Musi nutzten.

Text: uhe, Bilder:FH, uhe, C.Halbig

Siehe auch Bilderstrecke auf Mangfall24 von Uwe Hecht