Festsonntag 110-jähriges Gründungsfest

Einen Festsonntag wie aus dem Bilderbuch erlebten an die 1000 Trachtler sowie zahlreiche „Zaungäste“ zum 110-jährigen Jubiläum des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins Bad Aibling.

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Weiß-blauer Himmel und Sonnenschein waren die äußeren Begleitumstände bei einem Fest, welches einmal mehr zeigte, dass sich der Verein nicht umsonst Sitte, Tracht, Glaube und Brauchtum im wahrsten Sinne des Wortes auf die Fahne geschrieben hat. Dem feierlichen Gottesdienst unter freiem Himmel am Prantseck schloss sich der farbenfrohe Festzug durch die Stadt an. Ein gutes Gespür hatten die „Edelweißer“ mit der Auswahl des Platzes zum Festgottesdienst, unter den schattigen Bäumen im einstigen Park des Schlosses Prantseck ließ es sich gut aushalten. Dass der Verein dem christlichen Glauben untrennbar verbunden ist, zeiget sich daran dass nicht nur der Altardienst mit Messner, Ministrantinnen und Ministranten aus den eigenen Reihen kam, sonder auch Epistel und Fürbitten von Vereinsmitgliedern gelesen wurden. Zudem gehörten der Dreder Musi und dem aus allen Stadteilen zusammengesetzte Chor, die den Festgottesdienst unter dem Dirigat von Bärbel Merk musikalisch gestalteten, zahlreiche „Edelweißer“ aus allen Altersgruppen an. Pfarrer Georg Neumaier ging in seiner Predigt auf das Bekenntnis der Trachtler zum Glauben ein, die diesen ebenso wie der heilige Stephanus, dessen Geschichte Diakon Klaus Schießl im Evangelium vorgetragen hatte, weitergeben und bei Bedarf furchtlos verteidigen. Nach der Predigt segnete der Pfarrer die aus Anlass des Jubiläums restaurierte Vereinsfahne, die Vorstand Christian Weigl später als „fast wie neu“ bezeichnete. Er wünschte sich, dass die Fahne auch die kommenden Jahre unbeschadet übersteht und den Verein bei allen Anlässen als sichtbares Zeichen begleitet. Wie wichtig eine Vreuensfahne ist, zeigte Weigl an einem Beispiel aus eigener Erfahrung auf: „Wenn i ois Bua mitm Verein zu de Festl unterwegs war, hams ma gsogt, wennst uns wirkli nimmer findst, schuag wo unser Fahn is, do is dann oiwei no ebba do“. Nach den kurzen Grußworten von Gauvorstand Schorsch Schinnagel der nahezu mit dem kompletten Gau-Ausschuss sowie den Gau-Ehrenmitgliedern zum Fest gekommen war, sowie Bürgermeister Felix Schwaller , der sichtlich froh darüber war, dass der „Begriff Schirmherr diesmal nichts mit dem Nässeschutz zu tun hatte“, sangen alle zusammen die Bayernhymne. Gemäß deren letzter Zeile „Unterm Himmel weiß und blau“ bewegte sich dann der Festzug. Bei dem die Ehrengäste und Ehrenmitglieder des Festvereins in eigenen Kutschen saßen, vom Totenberg über die Kirchzeile hinab durch die Stadtmitte zurück zur Festhalle an der Krankenhausstraße. Hier bewiesen die Trachtler erneut großes Können und Geschick bei der Bewirtung der vielen Gäste. Niemand musste lange auf die „flüssige Nahrung“ aus Maxlrain und die Speisen aus der Küche einer Metzgerei aus Feldkirchen-Westerham warten. Frisch gestärkt zeigten die Tanz- und Plattlergruppen dann die Ehrentänze, wobei nicht nur der Festverein, dessen Bruderverein „D’Oberlandler“ und der Patenverein aus Schönau die Bühne bevölkerten, sondern auch die Gruppen weiterer benachbarter Trachtenvereine. Gratulationen und Geschenke kamen noch von der Aiblinger Gebirgsschützenkompanie sowie von den „Oberlandlern“. Als hätten sich beide abgesprochen, hatte Schützenhauptmann Manfred Ortner ein Spanferkel dabei und Oberlandler-Vorstand Hias Stadler dazu passend 50 Liter Maxlrainer Gerstensaft „im Gepäck“. Viel Mühe hatte sich der Festverein mit den Ehrengaben gemacht: Ein „Schnapshobel“ zierte die jeweilige Vereinsfahne und ist somit jedem Verein, der am Fest teilgenommen hatte , eine bleibende Erinnerung mit Bezug zum eigenen Verein sowie zum Trachtenverein Edelweiß. Mit einem Beisammensein größtenteils im provisorischen Biergarten an er Ausstellungshalle klang der „Bilderbuch-Festsonntag“ aus.

Text: uhe; Bilder: uhe, FH, C. Halbig

Siehe auch Bilderstrecke auf Mangfall24 von Uwe Hecht